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Berlin Kurier | 06.04.2025
"Seit 111 Jahren wird hier geschwoft: Eine Liebeserklärung an Clärchens Ballhaus"
Stefanie Hildebrandt

Lothar Semmel | Verein für die Geschichte Berlins e. V.
Rezension zu Marion Kiesow:
Berlin tanzt in Clärchens Ballhaus, BeBra 2024, 434 Seiten, 49 €. !

1913 wurde Clärchens Ballhaus als Tanzlokal mit Restaurant im Hinterhaus der Auguststraße 24 in der Spandauer Vorstadt eröffnet. 100 Jahre später erschien dieses Buch... mehr lesen

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1913 wurde Clärchens Ballhaus als Tanzlokal mit Restaurant im Hinterhaus der Auguststraße 24 in der Spandauer Vorstadt eröffnet. 100 Jahre später erschien dieses Buch zum hundertjährigen Jubiläum des Etablissements und begeisterte den Sammler berlinhistorischer Literatur ein erstes Mal. 11 Jahre später ist der längst vergriffene Band neu erschienen. !

Gibt es einen Grund ihn zu kaufen, auch wenn man die Erstausgabe bereits im Bücherschrank stehen hat? Ja! Selten ist es einer Autorin gelungen, 111 Jahre Berliner Kulturgeschichte am Beispiel eines einzigen Tanzlokals so anschaulich, detailliert und eindrücklich zu vermitteln. Marion Kiesow, die Autorin, ist Meisterschülerin der Hochschule der Künste in Berlin und seit vielen Jahren als Grafikerin und Autorin tätig. Man merkt ihrem Buch an, dass sie langjährige begeisterte Besucherin in Clärchens Ballhaus ist. Wie der Verlag mitteilt, ist aus dem Jubiläumsband von 2013 nun ein »Coffee-Table-Book« geworden, also ein opulent gestalteter, hochwertiger Bildband, den man sich auf den Kaffeetisch legt, damit er den Leser immer mal wieder zum Blättern und Nachlesen anregt. !

In den 11 Jahren nach der 100-Jahr-Feier des berühmten Etablissements hat sich zudem einiges verändert, was einen zusätzlichen Anreiz für eine Neu-Auflage bot. Seit 2020 hat Clärchens Ballhaus mit Yoram Roth einen neuen Eigentümer gefunden, der sich trotz einer sehr schwierigen Anfangsphase in der Pandemie-Zeit der Pflege des historischen Erbes verpflichtet fühlte und viel Geld in die denkmalgerechte Sanierung des Ballhauses steckte. !

Marion Kiesow beginnt ihr Buch mit einer Retrospektive der wichtigsten Menschen, die für das Ballhaus eine Rolle spielten. Im Kapitel »Geschichten von den Menschen« tauchen Clärchen (Clara Habermann), Fritz Bühler, Arthur Habermann, Elfriede Wolff, die ehemaligen Eigentümer Christian Schulz und David Regehr und der neue Besitzer Yoram Roth auf. Auch dem Personal widmet sich die Autorin in persönlichen Erinnerungen. Familie Schmidtke und Klaus Schliebs sind den Stammgästen bis heute ein Begriff. Berühmten Gästen wie Otto Dix, Heinrich Zille, George Grosz, Heinrich George, Loriot u.a. sind ebenfalls einige Seiten gewidmet, obwohl deren Anwesenheit im Ballhaus nicht immer verbrieft ist. Wer sich für die persönlichen Geschichten weniger interessiert, wird im zweiten Kapitel mit anderen Fakten entschädigt. Auf den folgenden 310 Seiten widmet sich die Autorin Jahrzehnt für Jahrzehnt der Hausgeschichte und schafft damit ein beeindruckendes Kaleidoskop der wahrlich reichen Berliner Kulturgeschichte, auch wenn man sie hier nur auf das Vergnügen in den Tanzpalästen und Tanz-Kaschemmen der Stadt begrenzt. Tolles Bildmaterial ergänzt die textlichen Exkursionen, wie es sich eben für ein »Coffee-Table-Book« gehört. So ist es eine Zeitreise durch 111 Jahre geworden mit vielfältigem Material zu den Themen Mode, Tanz, Musik. !

Beruf und Liebe. Kenntnisreich werden viele Kapitel der Ostberliner Subkultur aufgeblättert, und man bedauert beim Lesen gelegentlich, nichts davon einmal »live« miterlebt zu haben. Neu ist das Material aus den letzten 11 Jahren und die nachträglich eingefügten Informationen aus dem reichhaltigen Archiv der Autorin. Besonders freut sich der Heimatkundler über das Abschlusskapitel, in dem die Autorin altes und neues Material über die Geschichte der Auguststraße und ihrer Nebenstraßen zusammengetragen hat. Die Präsentation der Karten und Fotografien, darunter auch einige bisher noch nicht bekannte Abbildungen, rundet das gelungene Werk ab.

Radio3 | 26. 9. 24
Interview Shelly Kupferberg mit Marion Kiesow

ORF Radiokolleg - Berlin tanzt | (1) | (2) | (3) | (4)
Sabine Nikolay

Neue Zürcher Zeitung | 12. September 2013

Spiegel online international | 11. September 2013
Kristen Allen

Spiegel online Fotostrecke | 10. September 2013

Süddeutsche Zeitung | 31. August 2013
»Max, du hast das Schieben raus«
Die Moden, Tanzstile und Anstandsregeln, die Kiesow darin auflistet, ergeben ein höchst spannendes Gesellschaftsportrait.«
Judith Liere

Blog@inBerlin | Buchbesprechung
Berlin tanzt in Claerchens Ballhaus


taz | 25. Mai 2013
»Marion Kiesows Buch liefert raffiniert montierte Anekdoten und Bilder - und all das wirkt so hemdsärmelig, so vital und so ausgelassen wie Clärchens Ballhaus selbst. Jeder, der auch nur einmal dort gewesen ist, wird viele Geschichten finden, die ihm gefallen - mehr jedenfalls als in jeder sauber durcherzählten kulturwissenschaftlichen Abhandlung ... «
Susanne Messmer

zitty Heft 10 | 15. Mai 2013
»Entstanden ist ein lesenswertes Kaleidoskop einer »angenehm altmodischen Berliner Institution, die wie eine Zeitmaschine wirkt« ... Michael Pöppl

Radio Berlin 88.8 | rbb
Bücher-Tip von Monika Burghard

Im Blog des Nicolai Verlags:
6 Fragen an Marion Kiesow

zibb Magazin im rbb 3. Mai 2013
Studiogespräch mit Marion Kiesow
Redaktion: Susanne Kallenbach, Moderation: Angela Fritzsch

Antenne Brandenburg ­ Kulturszene | 2. Mai 2013
» ... kein trockener Geschichtsunterricht, sondern ein besonders bunter und unterhaltsamer Streifzug durch Berliner Kulturgeschichte. [...| So einmalig wie das Werk ist auch das Haus.« Dieter Schneider

Der Tagesspiegel | 27. April 2013
von Gunda Bartels

rbb-Kulturmagazin »Stilbruch« | 25. April 2013
Beitrag von Marina Farschid

tip magazin | 24. April 2013

rbb Kulturradio | 23. April 2013
Clärchens Ballhaus wird 100!
»Marion Kiesow hat jede Seite detailverliebt gestaltet. [...] Auf 400 Seiten beschreibt sie Jahrzehnt für Jahrzehnt die Gäste des Ballhauses, den Zeitgeist, die politischen Umwälzungen, die Veränderungen des Kiezes um die Auguststraße.« Irene Bluche

Berliner Morgenpost | 20. April 2013
» ... so leichtfüßig geschrieben wie ein Diskofox getanzt.«

International:
Österreich/Wien, Belgien, Irland, USA, Frankreich, China